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Gipfelversuch...

geschrieben von Markus

...abgebrochen!

Ein letztes Mal durch den Khumbu Eisfall

Lager 3 – Sturm im Gipfelbereich

Zurück im Basislager

In den letzten Tagen sind wir wie geplant Lager für Lager Richtung Gipfel aufgebrochen. Schon in der Nacht auf Dienstag haben wir im Lager 2 den starken Wind im Gipfelbereich mitbekommen. Eine Geräuschkulisse wie neben einem wilden Gebirgsbach ließ uns die ganze Nacht schon erahnen was sich dort oben abspielte. Bei Tagesanbruch sahen wir dann auch schon die hunderte Meter langen Windfahnen im Gipfelbereich.

Nachdem die ersten Sonnenstrahlen unser Zelt erreichten, wurde es im Inneren rasch wärmer, wir machten uns fertig für den weiteren Aufstieg ins Lager 3. Schon kurz hinter dem Lager 2 die ersten Windstöße, je weiter wir aufstiegen umso mehr wurde auch der Wind, die Sonne ließ uns den Wind zwar besser ertragen, wirklich angenehm war der Aufstieg durch die Lhotse Flanke allerdings nicht. Kurz nach Mittag konnte ich unser Zelt im Lager 3 erreichen, alles war trotz des Windes und des Niederschlages der letzten Tage in Ordnung. Einzig der Untergrund hatte etwas gelitten und musste "begradigt" werden...

Hannes kam erst einige Stunden später im Lager 3 an. So ganz hatte er sich mit der Lhotse Flanke noch immer nicht angefreundet und plagte sich die steilen Meter hinauf.

Der Wind wurde trotz besserer Prognose in den Nachmittagsstunden und auch in der Nacht nicht wirklich weniger. Auch unser Wetterfenster ist nach hinten "gerutscht". Was also machen? Die Wetter- und vor allem die Windverhältnisse in der Gipfelregion sind für die nächsten Tage eher bescheiden. Ein richtig guter und vor allem windstiller Gipfeltag ist nicht wirklich in Sicht, auch das Wetterfenster ist nicht das was wir brauchen. Wir sind ja ohne Flaschensauerstoff und ohne jegliche Trägerunterstützung unterwegs.

Zur Erklärung was es mit dem Flaschensauerstoff auf sich hat und warum wir diesbezüglich speziellere Wettervoraussetztungen benötigen:

Der Flaschensauerstoff wirkt in der Höhe sehr stark leistungssteigernd, auch der Temperaturhaushalt ist für den Körper leichter aufrecht zu erhalten – Alles in allem ist es eindeutig Doping, wenn man so will. Jeder muss selbst entscheiden, ob er mit dieser Unterstützung auf den höchsten Gipfeln der Welt unterwegs sein will. Wir haben uns dagegen ausgesprochen, ganz einfach, weil dies die fairste Form ist sich dem Gipfel zu nähern. Keine Hochträger, kein Flaschensauerstoff, keine medikamtentöse Unterstützung – Einfach "by fair means"!

Aber
Dies bedarf hinsichtlich des Wetters ganz besondere Verhältnisse und natürlich auch das notwendige Glück. Leider war dies heuer nicht auf unserer Seite. Schon die ganze Frühjahrssaison war das Wetter hier sehr instabil. Einige Tage war es möglich den Everest zu besteigen, viele Tage war dies nur mit viel Wind möglich. Nur ganz wenigen Bergsteigern gelang eine erfolgreiche Besteigung ohne Flaschensauerstoff.

Wir versuchten uns optimal an die Höhe – mit unseren Akklimatisationstouren – anzupassen und dann den richtigen Tag X anzupeilen. Viele Möglichkeiten hatten wir nicht, schlußendlich hatte uns der Everest (dieses Mal) nicht gewährt. Buchstäblich fegte uns der Wind unsere Nerven genauso blank wie er es mit der Lhotse Flanke gemacht hat.

Ob wir noch ein paar Tage (zu)warten hätten sollen, ob wir es früher versuchen hätten sollen – Diese Fragen werden wir einfach offen lassen...

Wir haben uns also heute in der Früh für einen gemeinsamen Abstieg und Abbruch entschieden. Alle Lager und unsere gesamte Ausrüstung haben wir in einem Zug geräumt und ins Basislager gebracht. Wir brauchen also kein weiteres Mal hinauf...

Letztendlich sind wir nun froh hier zu sein, gesund, keinerlei Blessuren oder Erkrankungen, keine Erfrierungen – Im Angesicht der möglichen Gefahren haben wir viel Glück gehabt.

Dass es uns nicht geglückt ist den Gipfel "by fair means" erreicht zu haben: Ein weinendes Auge bleibt sicher – jahrelanges Vorbereiten, finanzielle Auslagen, viel Zeit und auch Entbehrungen, aber schlussendlich zählt, dass wir gesund nach Hause kommen!

Die nächsten Tage werden wir nun hier unser Zuhause der letzten Wochen (Basislager) räumen und die mehrtägige Heimreise antreten.

Es bleibt mir nun noch ein grosses DANKE zu sagen: An euch treue Leser, unsere Sponsoren, aber auch an unsere Familien, die ihr uns unsere Träume verwirklichen lässt!

Viele Wochen sind wir nun schon unterwegs und freuen uns mindestens genauso wie ihr auf unsere Rückkehr nach Hause!

Liebe Grüsse aus dem Everest Basislager

Markus & Hannes


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